Networking ist für den Produktmanager und in vielen anderen Berufen überlebensnotwendig. Es gibt zwar einige Gründe, warum dies nicht immer oben auf unserer Prioritätenliste steht. Wir haben oft viel zu tun im Job und unser Familienleben darf auch nicht zu kurz kommen. Trotzdem geht ohne ein gutes Netzwerk „nichts“. Das ist vielleicht ein wenig übertrieben aber trifft den Kern dieses Artikels. Als Produktmanager musst du zwar nicht alles wissen, du solltest aber jemanden kennen, der es weiß. Die wichtigsten Grundregeln für effizientes Networking habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.
Networking ? Warum soll ich mich auf andere verlassen?
Neben den genannten Gründen der Arbeitslast und der sozialen Verpflichtungen gibt es natürlich auch solche unter uns, die gelernt haben im Alleingang Erfolg zu haben. Diese Denkweise ist oft schwer abzulegen. Zunächst sollte man verstehen was Networking nicht ist. Networking ist kein beliebiges Aneinanderreihen von Kontakten. Viele Egomanen setzen Networking auch mit Vetternwirtschaft gleich, was ebenfalls nicht zutrifft. Networking zu betreiben ohne Auswahl macht keinen Sinn. Dabei sollte das Ziel des Kontaktes nicht nur im Vordergrund stehen sondern der Respekt vor der Person. Persönlich gilt für mich die Regel, habe ich keinen Respekt vor den Fähigkeiten und dem Charakter eines Menschen, ist der Kontakt für mich wertlos. Networking hat also insbesondere das Ziel interessante Kontakte und Beziehungen zu Kollegen und Bekannten aufzubauen und zu pflegen, die sich selbst und andere beruflich und damit auch privat weiter zu bringen.
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1. Gezielter Aufbau eines Netzwerkes.
Im Berufsleben gibt es immer wieder Situationen in denen man sich der Schwächen des eigenen Netzwerkes bewusst wird. Um langfristig Abhilfe zu schaffen, macht die Ausarbeitung einer Networking Liste Sinn, geordnet nach Schlüsselkenntnissen und Fähigkeiten. Wer kennt sich aus mit SAP? Gibt es in meinem Kollegenkreis einen Automatisierungstechniker, der sein Wissen auch gut vermitteln kann? Gibt es den „Advocatus Diaboli“ mit dem ich kritische Auseinandersetzungen führen kann? Wer hilft mir bei wirtschaftlichen Fragestellungen? Wen kontaktiere ich, wenn ich eine neue Produktidee habe und einen Querdenker brauche? Habe ich eine Liste mir relevanten Eigenschaften und Fähigkeiten von Personen, kann ich nach diesen Personen gezielt Ausschau halten.
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2. Vernetzung über die eigene Firma hinaus
Arbeitet man in einer grossen Firma, finden sich relevante Kontakte häufig im nahen Umfeld. Allerdings macht ein Netzwerk bestehend aus den eigenen Kollegen nur bedingt Sinn. Besser ist es, die eigene „Betriebsblindheit“ aufzuweichen und auch Kontakte ausserhalb der Firmenumgebung zu suchen. Hierfür eignen sich Networking Treffen, manchmal auch in Kombination mit Mittag- oder Abendessen. So lassen sich unkompliziert Kontakte aufbauen.
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3. Welche „neue“ Themengebiete sollte ich kennen?
Für Produktmanager ist es wichtig immer auf dem Laufenden zu sein. Das betrifft die Branche, Trends und natürlich Wettbewerber. Dabei helfen Blogs, Nachrichtenportale, Tools wie Google Allert und auch das Abo relevanter täglicher Newsletter kann helfen. Für meine Branche bzw. die für mich relevanten Themenfelder, sollte ich ausserdem eine Liste der wichtigen Inputgeber besitzen und diesen auf Social Media Kanälen folgen. Das liefert auch Gesprächsstoff bei Networking Events. Idealerweise zählt man den ein oder anderen interessanten „Influencer“ auch zu seinen persönlichen Kontakten. Vielleicht hilft hierbei eine Konferenz, die man gezielt besucht oder die Einladung zu einer Firmenveranstaltung.
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4. Networking heißt – Hilfe geben und um Hilfe bitten
Für Networking ist Hilfbereitschaft absolut notwendig. Als Einzelkämpfer ist das wahrscheinlich der schwerste Schritt. Auch um Hilfe zu bitten statt immer irgendwie selbst auf die Lösung zu kommen muss sich ein Einzelkämpfer abgewöhnen. Neben der Zeitersparnis hat dies nämlich auch den positiven Effekt, dass wir uns untereinander sympathischer werden. Experten nennen dies den Benjamin Franklin Effect. Natürlich sollte sich das Hilfe geben und Hilfe nehmen in einem positiven Rahmen halten. Dabei hilft hoffentlich das eigenen Bauchgefühl. Ebenso wichtig ist es, sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden. Worin bin ich gut, was kann ich an Fähigkeiten und Wissen einbringen?
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Networking macht Spaß und hilft der Karriere
Als Produktmanager ist man auf die Inputs eines Netzwerks angewiesen. Externe Netzwerke lassen sich mit Hilfe organisierter Events ausbauen. Aktuelle Themengebiete können mit Hilfe von Nachrichtenportalen, Blogs, Newslettern und Social Media ermittelt werden. Ein Netzwerk hilft beruflich und privat und der vermeintliche Aufwand lohnt sich. Ist man bei der Auswahl des persönlichen Netzwerkes wählerisch und umgibt sich mit Kontakten, die man respektiert, macht Networking Spaß.
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